Seebrücke Binz
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Neue Tourismusregion auf Rügen – Was ändert sich für Urlauber?

Wir berichten immer wieder über die Kurabgabe (Kurztaxe) auf Rügen. Jetzt gibt es eine Neuigkeit, die tatsächlich eine Änderung für Urlauber darstellt.

Die Gemeinden Binz, Sassnitz, Putgarten, Sellin, Baabe, Göhren, Putbus und der Bereich Mönchgut haben jetzt eine neue Tourismusregion auf Rügen gebildet. Konkret heißt das: Wurde früher in jedem Ort eine eigene Kurabgabe fällig, musste man beim Besuch des Nachbarortes die dortige Gebühr noch einmal entrichten.

Das summierte sich schnell auf. 3,40 Euro kostete das tägliche Vergnügen pro Person in Binz. Wollte man in Baabe, Göhren, Sellin und Mönchgut die Zehen in das kalte Nass halten, wurde die dortige Kurabgabe noch einmal fällig. Das waren dann noch einmal 3,37 Euro pro Person. Knapp sieben Euro also pro erwachsener Nase? Nur dafür, dass man mal durch Sellin bummeln wollte und sogar die dortige Wirtschaft durch Einkäufe ankurbelte?

Diese absurde Kleinstaaterei und Geldmacherei war vielen Urlaubern ein Dorn im Auge. Entweder entrichtete man die Kurabgabe einfach nicht oder man blieb den anderen Orten einfach fern. 

Schluss mit der Kleinstaaterei – aber bahnbrechend ist die neue Kurabgabe / Kurtaxe nicht

Das ist nun nicht mehr nötig. In den Rathäusern hatte man ein Einsehen und schließt nun die Gemeinden Binz,Sassnitz, Putgarten, Sellin, Baabe, Göhren, Putbus und der Bereich Mönchgut in einer Tourismusregion zusammen. Aber so bahnbrechend, wie man gerne vermitteln möchte, ist das Ganze nicht.

Wie wir schon berichteten waren Baabe, Göhren, Sellin und Mönchgut schon vereinigt und teilten sich eine Tourismusabgabe. Neu hinzugestoßen sind nun Binz, Sassnitz, Putgarten und Putbus. Doch was nach einer komfortablen Vereinfachung klingt, ist auch eine teilweise versteckte Preiserhöhung. 

Die Kurtaxe in Putgarten lag bislang bei rund einem Euro. Nun wird sich der Preis dort vervierfachen. Ähnliches geschieht in Putbus. Von derzeit 2,50 Euro wird der Satz dann vereinheitlicht auf mindestens 3,40 Euro angehoben.

Vorteil des Zusammenschlusses ist, dass man nun wohl offensichtlich plant, einen gemeinsamen Verkehrsverbund zu bilden. Inhaber der „Binzer Bucht Card“ fahren bislang fahrpreislos mit den Bussen zwischen Binz und Prora. Urlauber in der Tourismusregion soll demnächst das gesamte Verkehrsnetz „kostenfrei“ zur Verfügung stehen – wobei die Kurabgabe ja genau für solche Verkehrsausgaben gedacht ist.

Hinzu kommen weitere Einnahmen der Gemeinden aus dem Tourismus. So zahlen die Eigentümer von Ferienwohnungen neben den allgemeinen Immobiliensteuern auch kommunale Abgaben: Sie müssen von ihren Gäste die Kurabgabe einziehen und zahlen in der Regel eine Zweitwohnungssteuer. Hinzu kommen die üblichen Grund‑ und Müllgebühren.

Von Seiten der Gemeinden besteht eine gewisse Transparenzlücke, wie hoch die Einnahmen aus den einzelnen Posten sind und wie genau die Mittelverwendung stattfindet. Aber es muss auch konstatiert werden: die Aufwände für Natur- und Landschaftspflege in Touristenorten sind hoch. Die Belastungen der Region sind es auch. Außerdem sind Kurabgaben/Kurtaxe in ganz Deutschland und Europa – zumindest in den Touristenregionen – üblich.

Spartrick zum Schluss

So einheitlich die Kurabgaben scheinen, sind sie es jedoch noch lange nicht. Es gibt insbesondere an der Ostsee viele Gemeinden und Regionen, in denen gar keine Kurabgabe nötig ist. Darüber berichten wir demnächst auf www.ostseebote.de